Alte Tänze halten jung!

Die Haßlocher Tracht

Volkstanzgruppe "Newelhaube" Haßloch
gegründet 1977

 

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Hans-Peter Weis

 

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Was ist Volkstanz eigentlich?

Nach lexikalischer Definition ist Volkstanz ein "volkstümlicher, im Volk überlieferter Tanz von nationaler od. landschaftlicher Eigenart" (Quelle: Duden in zehn Bänden) bzw. eine "Sammelbezeichnung für alle von der bäuerlichen Bevölkerung und den Handwerkern hervorgebrachten und entwickelten, nach Landschaften und Berufsgruppen unterschiedlichen Tanzformen" (Quelle: Wahrig, Deutsches Wörterbuch).

Die Microsoft Encarta Online-Enzyklopädie definiert den Volkstanz so: "traditioneller Tanz, der im Leben und Brauchtum eines Volkes verwurzelt ist. Er wird bei ländlichen Festen und Feiern zu Musikbegleitung und Gesang getanzt. Gebrauch, Form und Inhalt der Volkstänze wurden ursprünglich mündlich über Generationen überliefert. Gewöhnlich werden einfache Schrittfolgen verwendet. Beim Volkstanz werden meist traditionelle Trachten getragen, die die Herkunft des Tanzes betonen."

Ein paar geschichtliche Hintergründe

Das Bedürfnis zu tanzen begleitet die Menschheit schon seit Anbeginn. Die ältesten bekannten Beispiele sind Kulttänze zur Verehrung von Gottheiten oder zur Erreichung weltlicher Anliegen (z.B. Fruchtbarkeitstänze, Totentänze oder Kriegstänze). Im Altertum entwickelten sich zusätzlich sogenannte Profantänze, d.h. Tänze die nicht mehr den Göttern geweiht waren, sondern dem Vergnügen und/oder der Pflege von Bräuchen dienten. Bei den ägyptern gab es beispielsweise schon Berufstänzer, deren einzige Aufgabe die Darbietung von Profantänzen zur Unterhaltung war.

Von der Antike bis zum Mittelalter

Im Lauf der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Formen von Tänzen (z.B. Waffentänze, Bauerntänze, Schäfertänze usw.), die im Mittelalter zur Grundlage dessen wurden, was man heute landläufig unter dem Begriff "Volkstanz" versteht.

Das 13./14.Jahrhundert brachte in Europa eine neue Art der Musik. Aus alten Aufzeichnungen ist bekannt, dass in der Tanzmusik dieser Zeit paarweise geradtaktige und ungeradtaktige Tänze miteinander verbunden wurden (wie man es heute vom "Zwiefachen" kennt, bei dem sich z.B. Polka und Walzer abwechseln). Daraus entstanden verschiedene Schreit- und Springtänze. Der älteste "echte" Volkstanz entstand auch in dieser Zeit: Der Reigen.

Das heute übliche paarweise Tanzen ist seit etwa 1400 bekannt, damit änderte sich auch der Tanzstil: In Paaren tanzte man Dreher oder Schleifer und nicht mehr nur die bekannten Reihen- oder Kreistänze.

Die weitere Entwicklung

Im 15.Jahrhundert teilte sich der Volkstanz vom Tanz der höheren sozialen Schichten: An den italienischen Fürstenhöfen entstanden die ersten sogenannten "Gesellschaftstänze". Es handelte sich hierbei um Schreit- oder Springtänze wie z.B. Pavane, Gaillarde oder Courante. Im 17.Jahrhundert gab Frankreich den Ton an, man tanzte am Hof Gavotten, Bourréen und Menuette, im 19.Jahrhundert waren dann die Quadrillen, Polonaisen und Kontertänze populär.

Volkstänze und Gesellschaftstänze haben sich immer wieder gegenseitig beeinflusst. Viele bekannte Tänze haben ihren Ursprung im Volkstanz: Walzer, Polka, Rheinländer, Ländler, Mazurka, Twist (um nur einige zu nennen).

Volkstanz im 20.Jahrhundert

Etwa um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20.Jahrhundert begann die Jugendbewegung, sich (wieder) für den Volkstanz zu interessieren, da ihre Anhänger den Gesellschaftstanz ablehnten und in den "alten" Tänzen eine Alternative suchten. In diesen Jahren entstanden die ersten systematischen Sammlungen von überlieferten Volkstänzen, gleichzeitig wurden neue (meist schwungvolle) Tänze erfunden und aufgeschrieben. Diese neuen "Jugendtänze" sind genaugenommen keine echten Volkstänze, gehören aber zum festen Repertoire vieler Trachten- und Volkstanzgruppen.

Im Dritten Reich wurde von den Machthabern versucht, den Volkstanz zu instrumentalisieren. Durch die Verbreitung des "deutschen Tanzes" sollte das "völkische Brauchtum" gepflegt werden. (Glücklicherweise gab es auch in dieser Zeit Menschen wie z.B. Hans von der Au, die den echten und ursprünglichen Volkstanz bewahren konnten. Viele Trachtenvereine widersetzten sich dem Versuch der Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten und stellten ihre Tätigkeit vollständig ein.) Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Volkstanzbewegung erst wieder sehr zögerlich, heute suchen die meisten Volkstanzgruppen verzweifelt nach Mitgliedern.

Volkstanz ist nichts Negatives!

Leider wird die Pflege von Volkstanz und Brauchtum oft in einem völlig falschen Licht gesehen. Das Tragen von Trachten und das Tanzen überlieferter Tänze hat nichts Reaktionäres an sich! Volkstanz ist weder rückständig noch altbacken, sondern eine Form von gesunder sportlicher Betätigung mit einer hohen sozialen Komponente.

Allerdings ist der Volkstanz vom "Tanz des Volkes" zum reinen Schautanz verkümmert, da er nur noch von Volkstanzgruppen am Leben gehalten wird und seinen Platz im alltäglichen Leben verloren hat. Dabei ist der Volkstanz in seiner ursprünglichen Form ausschließlich zum Vergnügen des Tanzenden selbst gedacht - jeder Volkstänzer kann es nur bestätigen, wieviel Freude und Geselligkeit die Volkstanzausübung macht. Ein entscheidender Grund mehr, diese Tradition nicht sterben zu lassen!

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